Azteken
Götterwahn und Menschenopfer
Prächtige Tempelbauten, wüste Opferrituale - der Alltag der Azteken wurde durch ihre Religion bestimmt. Die jüngsten spektakulären Funde, zurzeit in Deutschland ausgestellt, liefern neue Einsichten in eine vergangene fremdartige Kultur.
Matthias Mochner
Das straff organisierte und durch strenge militärische Disziplin geprägte Reich der Azteken nahm zahlreiche Merkmale älterer mesoamerikanischer Völker auf. Die Götterwelt, das religiöse Ballspiel und der astronomische Kalender gehen bis auf die von ihnen sehr verehrte Kultur der Olmeken zurück, die ab 1600 v. Chr. für etwa 2000 Jahre die maßgebende Zivilisation Mittelamerikas darstellten.
Das Aztekenreich hingegen sollte nicht einmal 200 Jahre bestehen. Durch kriegerische Expansion sowie Unterdrückung und Ausbeutung besiegter Völker hatten die Azteken ihr Machtgebiet gerade bis an die Küsten des Pazifiks und des Golfs von Mexiko ausgedehnt, als sie mit einem neuen Gegner konfrontiert wurden, dem sie schließlich selbst unterlagen: Binnen zweier Jahre hatte der spanische Eroberer Hernán Cortés (1485- 1547) mit seinen Soldaten und indianischen Hilfstruppen das Reich der Azteken erobert, den König Motecuzoma II. (1502-1520) getötet und die Stadt Tenochtitlán, die damals über 200000 Einwohner aufwies, dem Erdboden gleichgemacht. In der Folgezeit legten die Spanier den See in dem abflusslosen Hochtal trocken und errichteten auf den Überresten der aztekischen Hauptstadt ihre eigene Siedlung. Dort, wo sich einst das Machtzentrum der Azteken befand, erstreckt sich nun die Metropole Mexico City, wie ihr Vo


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