Zu diesem Schluss kommt das Forscherteam um Greger Larson von der Universität Uppsala nach Analysen der Mitochondrien-DNA von über 200 antiken Schweineknochen aus 140 verschiedenen Ausgrabungsstätten. Dabei fanden sie Spuren des genetischen Materials asiatischer Borstentiere nur in älteren europäischen Siedlungen; ab etwa 4000 v. Chr. dominierten dagegen zunehmend die Überreste von domestizierten einheimischen Urschweinen in den Fundstätten.
Diese Ergebnisse geben in erster Linie Auskunft darüber, wie sich die Jäger und Sammler Europas im Übergang der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit in Bauern und Viehzüchter verwandelten. Wissenschaftler nehmen an, dass die Landwirtschaft – vom "Fruchtbaren Halbmond" im heutigen Palästina und Nordwestiran kommend – über die Mittelmeer-Küstenlinie und die Donau nach Westen vordrang. Wahrscheinlich brachten Immigranten aus den östlichen Gebieten sowohl Getreidepflanzen als auch domestizierte Tierarten mit.
Die Mitteleuropäer beschränkten sich jedoch nicht darauf, diese Mitbringsel weiter zu verwenden, sondern sie griffen die Idee auf und fingen an, die einheimischen Wildschweine zu züchten. Diese müssen erhebliche Vorzüge gegenüber den asiatischen Schweinen gehabt haben, da sie sich schnell von Frankreich bis nach Armenien verbreiteten. (sh)





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