Georg Steindorff
Tanz auf dem Vulkan
Der Leipziger Ägyptologe Georg Steindorff war ein führender Vertreter seines Fachs und begründete eine der bedeutendsten Lehrsammlungen Deutschlands. Dann geriet der Wissenschaftler jüdischer Herkunft in die Mühlen des Nationalsozialismus – und erst 2011 entschied sich der Verbleib eines Teils seiner Sammlung.
Judenfeindliche Gesinnungen waren schon zwischen 1879 und 1881 während des "Berliner Antisemitismusstreits" veröffentlicht und hitzig diskutiert worden. Aber auch in den Nachbarländern hegte man Argwohn gegen die Emanzipation und den Erfolg jüdischer Mitbürger: Sieben Monate nach Steindorffs Brief wurde in Frankreich der Hauptmann Alfred Dreyfus fälschlicherweise wegen Landesverrats zu lebenslanger Haft verurteilt ("Dreyfus-Affäre") – auf Grund antijüdischer Ressentiments, wie es schon 1898 öffentlich angeprangert wurde


Der Ägyptologe Dietrich Raue ist Kustos des Ägyptischen Museums Georg Steindorff der Universität Leipzig. Kerstin Seidel arbeitet dort als Museumsassistentin.
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