Menschenevolution
Lucys Baby
Ein 3,3 Millionen Jahre altes Kinderskelett aus Äthiopien erzählt von der Lebensweise zur Frühzeit des aufrechten Gangs und vom schon verzögerten Gehirnwachstum der Vormenschenkinder.
Die Wüstenregion Afar im Nordosten Äthiopiens gehört seit Langem zu den ergiebigsten Fundorten für wertvolle, oft spektakuläre Fossilien früher Hominiden. Insbesondere stammt von dort »Lucy«, ein 3,2 Millionen Jahre altes, vor dreißig Jahren entdecktes Frauenskelett der Vormenschenart Australopithecus afarensis.
Im letzten Jahr machten die Fossilien eines kleinen Kindes Schlagzeilen. Nur vier Kilometer vom Fundort Lucys entfernt, im Gebiet Dikika, lagen seine Überreste fest in Gestein verbacken. Allem Anschein nach gehörte dieses Kind zur selben Australopithecus-Art wie Lucy, somit zu einer der mutmaßlichen Spezies in der menschlichen Ahnenreihe. Obwohl das Dikika-Kind etwas früher lebte – vor 3,3 Millionen Jahren – und bereits etwa drei Jahre alt war, sprechen Anthropologen salopp von Lucys Baby. Der Fund stellt in vieler Hinsicht eine Sensation dar. So ist dieses Skelett vollständiger als jedes andere von Australopithecinen, sogar als das von Lucy. Außerdem handelt es sich um das früheste bisher aufgetauchte Kinderfossil aus dem Kreis der Vormenschen. Erstmals können Forscher nun untersuchen, ob die Kinder unserer mutmaßlichen Urahnen schon anders wuchsen als junge Menschenaffen.


Kate Wong ist leitende Redakteurin der Online-Seiten von Scientific American.
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1. Erhöhtes Blickfeld ausschlaggebend
15.02.2007, Raimund Leistenschneider, SindelfingenDass das Auffinden von Aas („schnelles Erreichen“) in keinem Zusammenhang zum dauerhaften Laufen und einem damit verbundenen Selektionsvorgang steht, wird dadurch verständlich, dass es für das Auffinden von Aas keine schnelleren Lebewesen als Vögel (Geier) gibt. Diese sind von Weitem sichtbar, wenn sie Aas ausgemacht haben. Hominiden hätten diese nur zu beobachten brauchen und dann verjagen müssen (groß genug dazu waren Hominiden), wie dies auch heute noch z.B. Raubtiere tun. Von der Logik ist allerdings davon auszugehen, dass Hominiden Aas eher nicht aufgesucht hatten, da davon ausgegangen werden kann, dass sie wussten, dass Aas (und Geier) Raubtiere anlocken, so wie dies heute noch der Fall ist.
Warum sich der aufrechte Gang und damit das „ausdauernde Laufen“ entwickelt und selektiert haben, ist klar und bekannt. Der dauerhafte aufrechte Gang hat sich aus dem gleichen Grund entwickelt und selektiert, warum wir auch heute noch einen Ausguck z.B. auf Schiffen so hoch wie möglich machen – je höher die Augen (dauerhaft!) in der Umgebung liegen, desto mehr Fläche über die Zeit kann überblickt werden und je weiter. Dies war für die Hominiden, die die Waldlandschaft verlassen hatten und im Busch-/Grasland lebten, überlebenswichtig.
Hominiden waren damals bevorzugte Beute von Raubtieren, da sie im Vergleich zu heute lebenden Graslandaffen, wie z.B. Paviane schwach waren und vor allem nicht über ein Gebiss verfügten (wie Paviane), mit dem sie ihre Angreifer hätten ernsthaft verletzen können. Auch gibt es genügend fossile Funde mit Bissverletzungen von Vormenschen. Ihre Überlebenschance bestand schlicht darin, die angreifenden Raubtiere durch dauerhaftes erhöhtes Blickfeld zu einem so frühen Zeitpunkt auszumachen, der es ihnen erlaubte, den nächst gelegenen Baum zum Schutz zu erreichen.
Damit ist wohl auch die Streitfrage beantwortet, ob Hominiden auch noch auf Bäumen heimisch waren. Sie mussten es sein! Bäume waren ihr einziger Schutz vor Raubtieren und während ihrer Schlafphase (wie dies auch im Artikel erwähnt ist). Hominiden dürften, wie auch z.B. heute lebende Paviane, als Schutz vor Raubtieren in Bäumen geschlafen haben. Dazu bedarf es lediglich ausgeprägter Arme und Hände und keine Kletterbeine oder Greiffüße! Wären Hominiden reine Bodenlebewesen gewesen, hätten sie nicht überlebt. Sie wären aufgefressen worden – sie waren zu groß, um sich hätten im Grasland verstecken (tarnen) zu können, zu langsam, um den schnellen Jägern entkommen zu können und zu schwach (z.B. kein waffenähnliches Gebiss, oder die Kraft eines Gorillas), um sich verteidigen zu können