Doch die Indianer domestizierten den Truthahn nicht nur in Mexiko. Die Forscher um Yang fanden auch in der DNA der Vögel aus dem Südwesten Amerikas Hinweise darauf, dass die Ureinwohner diese züchteten. An Grabungsstellen im Verbreitungsgebiet der Tiere hatten Archäologen bereits zuvor vermehrt Eierschalen, Federkiele oder Kot gefunden – Zeichen, dass die Indianer Truthähne als Haustiere hielten. In Europa war es durchaus üblich, dass einzelner Tierarten an verschiedenen Standorten unabhängig voneinander gezüchtet wurden, daher halten es die Wissenschaftler für gut möglich, dass auch die indigenen Stämme in Amerika mehrere biologisch unabhängige "Zuchtzentren" aufbauten und untereinander ihr technisches Wissen austauschten.
Während die Zucht des Mittelamerikanischen Truthahns früheren Studien zufolge bereits 800 v. Chr. begann, startete die Haltung des Südwestlichen Truthahns nach Schätzung der der Forscher um 200 v. Chr. und erreichte vor 500 bis 700 Jahren ihren Höhepunkt. In dieser Zeit war der domestizierte südwestliche Truthahn in einem Gebiet von mehreren tausend Quadratkilometern verbreitet. Yang und Kollegen gehen deshalb davon aus, dass die Vögel selbst zwischen Stämmen mit verschiedener Kultur und Sprache gehandelt wurden.
Julia von Sengbusch





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