Am italienischen Istituto Nazionale di Fisica Nucleare hatten Pappalardo und sein Team die Rollen mit Hilfe von Röntgenstrahlen untersucht und die Konzentration bestimmter chemischer Elemente analysiert. Dabei ging es den Forschern insbesondere um Chlor und Brom, Stoffe, die ursprünglich im Wasser gelöst waren und beim Gerben in das Pergament gelangten.
Da das Verhältnis von Chlor zu Brom im Wasser von den örtlichen geologischen Gegebenheiten abhängig ist, kann es wie ein chemischer Fingerabdruck von dem Ort zeugen, wo damals die Gerberei stand. Dazu mussten die Wissenschaftler lediglich das Chlor-Brom-Verhältnis in dem Pergament mit dem in heutigen Quellen am Toten Meer vergleichen. Tatsächlich ist die Übereinstimmung sehr hoch.
Die Qumran-Schriftrollen wurden fast alle auf Hebräisch verfasst und stammen aus der Zeit zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. Alles in allem wurden bisher rund 15.000 Fragmente entdeckt, die von etwa 850 Rollen stammen. An ihrer Erstellung waren mindestens 500 Schreiber beteiligt.
Claudia Reinert





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