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Nachrichten | 26.05.2009
HYKSOS-DYNASTIE

Älteste Keilschrift aus Ägypten

Dieses Fragment einer Tontafel ...
Es brach ein dunkles Kapitel der ägyptischen Geschichte an, als Einwanderer aus dem Norden im 17. Jahrhundert v. Chr. das Land eroberten. Über 100 Jahre währte die Fremdherrschaft der Hyksos – dann wurden sie vertrieben. In den Ruinen einer prächtigen Palastanlage im östlichen Nildelta sind Archäologen jetzt auf das Fragment einer Tontafel gestoßen, das vermutlich aus der ursprünglichen Heimat der Hyksos stammte: Aus Mesopotamien.

Das Bruchstück ist nur zwei Zentimeter lang – und das bisher älteste ägyptische Keilschriftdokument überhaupt. Entdeckt hatten es die Forscher in den Tiefen des Palastbrunnens. Es ist mit Keilschrift beschrieben – der typischen mesopotamischen Bilderschrift. "Wir können das Wort "anok" lesen", erzählt der Ägyptologe Manfred Bietak von der Universität Wien, "das heißt ,Ich’". Der Stil sei südmesopotamisch, wahrscheinlich babylonisch, die Schrift rein akkadisch – Akkadisch war die semitische Sprache Mesopotamiens. Die Tafel lasse sich also in die letzten 50 Jahre des altbabylonischen Reiches datieren, das etwa 1550 v. Chr. endete.

Tatsächlich vermuten die Forscher, dass die Hyksos ursprünglich aus Mesopotamien stammten – genauer aus dem heutigen Syrien. Denn die 10 000 Quadratmeter große Palastanlage gleicht architektonisch den syrischen Königshäusern aus dieser Zeit.

Die Steintafel stammt deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit aus den diplomatischen Beziehungen der Hyksos ins heimatliche Zweistromland und könnte Teil der Korrespondenz mit einem befreundeten König sein.

Dieses Pferdeskelett ...
Im Palast auf dem Ruinenhügel Tell el-Dab’a fanden die Forscher außerdem das Skelett einer Stute – die bisher älteste Pferdebestattung in Ägypten. Die Reittiere waren erst mit den Hyksos ins Land gekommen. Die Fremdherrscher hatten ebenfalls den Streitwagen und den Bogen als Kriegswaffen nach Ägypten gebracht.

Tabea Rueß
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